das neue ZLHV Zahnmedizinisches Leistungs- und Honorarverzeichnis

ZLHV - NOCH ein Vorschlag?

Die Vorlage des Entwurf der eGOZ hat ein sehr unterschiedliches Echo hervorgerufen. 

Während ihm von vielen ZahnmedizinerInnen eine sehr wohlwollende Haltung entgegengebracht wurde, wurde der Vorschlag von einigen wesentlichen Personen der zahnärztlichen Körperschaften missverstanden und diskreditiert. Tiefer gehende Besprechungen innerhalb führender Gremien der Zahnärzteschaft fanden deswegen bisher kaum statt. Uns macht das nichts. Wir arbeiten, wie liefern, gern beraten wir - und zwar erkennbar uneigennützig.

Wie man die eGOZ als Einheitsgebührenordnung missverstehen kann, blieb uns in der PZVD bis heute ein Rätsel, weist doch eine Einheitsgebührenordnung schon mal keine Steigerungsfaktoren auf.

Andere Teile der Körperschaften kritisierten an der eGOZ, dass sie versucht, die Erstattung gleich mit zu regeln, bzw. hier Anknüpfungspunkte zu schaffen. Die bisherigen Gebührentabellen jedoch - das aktuelle Recht also - gehen viel weiter und beschäftigen sich ausschließlich mit nur einem Versicherungsverhältnis. Insbesondere die BEMA-Richtlinien degradieren die Zahnärzteschaft zum voll haftenden Franchise-Unternehmer der gesetzlichen Krankenkassen, der auf sein eigenes Risiko riskantere Behandlungen ohne jeglichen Erstattungs- oder Berechnungsanspruch ausführt oder eben den erhaltbaren Zahn zieht. Wieso also ausgerechnet die Körperschaften, die solches verwalten und überwachen hier die Lockerung der Ketten als zu eng kritisierten, ist uns mangels Gesprächsbereitschaft der anderen Seiten nach wie vor ein Rätsel. Uns macht das nichts. Wir arbeiten, wie liefern.

Was nicht ist, kann ja auch noch werden. Und so legen wir von der PZVD hiermit einen weiteren, radikaleren und hoffentlich unmissverständlicheren Vorschlag vor, bei dem es jedoch wenigstens uns zunehmend schwer fällt, eine Existenzberechtigung auszumachen für diejenigen Körperschaften, die sich mit der Verwaltung des Mangels auf Kosten der Zahnärzteschaft und ihrer Angestellten auseinandersetzen.
Ziel dieses neuen Leistungs- und Honorarverzeichnisses ist es schließlich, die Unübersichtlichkeit und damit auch die Notwendigkeit einer überbordenden Verwaltung abzuschaffen, beides kostet medizinische Leistungsfähigkeit zulasten der Patientinnen und Patienten.

Wir haben uns also der Kritik an unserem ersten Entwurf gestellt. Wer jedoch dachte, dass wir "klein bei" gäben und uns dem teilweise vernichtend artikulierten Urteil vieler seit langen Jahren in der Berufspolitik Tätiger durch Aufgeben entziehen würden, der hat verkannt, dass wir uns zum Ziel gesetzt haben, in Deutschland zeitgemäße Zahnmedizin verständlich für Patientinnen und Patienten auszuführen. Wir wollen und wir werden wirklich etwas erreichen!

Die bisherige Berufspolitik der letzten Jahrzehnte - so scheint uns - ist schon seit längerer Zeit in der Sackgasse, sie ist untolierierbar erfolglos.
Zahnmedizin braucht dringend frische Luft um sich entwickeln zu können und Freiheit von Fesseln, die niemandem nützen als denen, die sich der Mangelverwaltung verschrieben haben, weil man das so macht oder weil es schon immer so war.

Statt jedoch in Problemen herum zu wühlen und Vorwürfe zu verteilen, legen wir einen zweiten, noch radikaleren Lösungsvorschlag vor, der von den gleichen guten Absichten getrieben wird wie der erste. Jetzt können wir es auch ganz offen sagen: der zweite Vorschlag war schon immer geplant. Aus Rücksicht auf Befindlichkeiten haben wir ihn nicht an die große Glocke gehängt.
Wir sind bereit zu Gesprächen mit der Politik, mit Interessenverbänden der GKV oder PKV und natürlich auch zu konstruktiven Gesprächen mit unseren zahnärztlichen Körperschaften.

Denn wir in der PZVD sind überzeugt davon, dass letztlich alle diese Gruppierungen das Beste für unser Land wollen und für die Menschen, die darin leben.

Gern bringen wir deswegen unsere Expertise ein, denken quer (im althergebrachten Sinn), denken neu und sind offen für weitere Vorschläge.

Wir freuen uns auf intensive sachdienliche Diskussionen und ein Ende verkümmernder Zahnmedizin. Beständiger Durchschnitt ist Mist*!

Wir ZahnmedizinerInnen müssen es besser wissen und besser machen! Lasst uns das tun!

In der Hoffnung auf eine freiere und gerechtere Zahnmedizin in Deutschland

Ihr

Dr. Georg Kolle
Zahnarzt - Oralchirurg
Präsident der Privatzahnärztlichen Vereinigung Deutschlands - PZVD e.V. - www.pzvd.de


* Im Bemühen um weniger Missverständnisse verwenden wir auf dieser Seite bisweilen eine deutliche, einfache Sprache.